Angi Domdey

Singer – Songwriter & Vocal Coach

Singen in Corona-Zeiten

SINGEN IN CORONA-ZEITEN

 zum Glück ist Singen auch  LIVE wieder erlaubt unter bestimmten Bedingungen

Zum Glück darf in den Musikschulen in Berlin unter bestimmten Voraussetzungen wieder Einzelunterricht gegeben werden. Ich habe mein Studio umgebaut, mit einer schicken durchsichtigen Trennwand, sehr groß: 2m x 1,40m und einer kleinen Trennwand in der Gesprächsecke an Sofa, Stuhl und Tisch, 2m Abstand und trotzdem ist die alte Gemütlichkeit wieder da. In den voneinander geschützten Bereichen dürfen wir auch die Masken abnehmen. Nach den Vorschriften der Hygiene wird der Unterricht abgehalten, Abstand, Hände waschen und desinfizieren am Anfang und Ende usw., desinfizieren aller Arbeitsbereiche, Arbeitsmittel und Toilette usw..

Wie war der Unterricht, als der Unterricht nur per Skype möglich war?

Skype

war ein Umweg, eine Möglichkeit, nicht für alle möglich. Wir haben uns einiges einfallen lassen. Was war möglich?: Computer, Laptop, oder Handy, aus welchem Apparat soll die Musik kommen, zu der die Schüler singen. Wo klingt es am Besten, welche Störfaktoren treten auf, wo muss man stehen, sitzen, damit der andere einen am Besten sieht und hört. Und wie gehe ich entspannt mit dem kleinen Bildschirm um? Und wenn Skype verückt spielte (öfters und gerne), der Ton verschwand, oder der Bildschirm, oder alles wackelte, dann sind wir kurz aufs Telefon ausgewichen, bis es wieder ging.

Es gab in der Krise auch charmante Nebeneffekte

Ich sah plötzlich meine Schüler zuhause, wie sie wohnten, wie sie leben, wo sie singen,der Ausblick vom Balkon, den Hund auf dem Sofa, ein tolles Gemälde im Hintergrund, den romantischen großen Spiegel, den Freund... Ich lernte meine Schüler noch näher kennen. Ich erfuhr von ihnen, wie die Coronakrise aus verschiedensten Gründen Anstrengung, Verspannung, Einsamkeitsgefühle, Bewegungsunlust und Aktivitätsmangel auslöste. Und manchmal machen wir jetzt immer noch per Skype Unterricht, z.B. wenn eine(r) etwas erkältet ist oder wenig Zeit hat( Weg sparen).

Doch zurück zur „Quasi-Quarantäne“:

Da war das Singen wirklich eine Hilfe, für uns alle.

„Mit dem Singen bin ich wieder mehr bei mir“ sagte eine Schülerin. Laura war mit ihrer WG in Quarantäne: „Schön, ein vertrautes Gesicht zu sehen“. Nach der Gesangsstunde sagte Leonie: „Jetzt bin ich wieder Wach, die Energie ist zurück.“ Mithilfe von Gesangs- und Körper Übungen haben wir die Starre des gesammten Körpers wieder aufgelockert, Atem, Lunge, Zwerchfell in Flow, ins Fließen gebracht. Die Inspiration durch schöne neue Songs, das Neue am Singen lernen, die Freude, wenn die Songs anfangen zu klingeln und schwingen! Mein 14 jähriger Schüler Bjarne sagte: „Vielleicht habe ich singen gelernt, wenn die Corona-Zeit vorbei ist.“

Natürlich ist die Coronakrise vor allem mit extrem viel Leid und Sorgen verbunden, global gesehen vor allem: sie gibt auch Antworten auf Fragen, die wir Menschen zu stellen versäumt haben. Es führt zu weit, wenn ich hier darauf eingehe, aber es wird vieles aufgedeckt. Ich will bei der Kunst bleiben. Die Schönheit der Kunst ist immer für uns da .Und das Verrückte an Krisen ist, dass die manchmal auf ungeahnte Nebengeleise führen.

Beim Sortieren meines künstlerischen Lebenswerks (aufräumen: typisch für Corona-Zeiten „zuhause“) fand ich meine Aufzeichnungen zu meinem angefangenen Singe-Buch „Einweihung ins Singen.“Und da ich wegen des fehlenden- „Live- Effekts“ des normalen Unterrichts beim Skypen präziser und auch zur Unterstützung schriftlich formulieren musste, kam das Buchschreiben wieder in den Vordergrund. Und das macht Spaß.! Da ist einiges passiert!

Und ich habe auf der Straße vor meinem Haus um einen Baum herum ein schönes Blumenbeet gepflanzt, das ich jetzt mit Liebe pflege. Ich habe für mich entschieden: auch das ist Kreativität!

Eure Angi Domdey